Die Waschküche ist der Ort, an dem sich Ihre Mieter zuerst zerstreiten.

Es fängt nie mit einem Streit an. Es fängt damit an, dass am Sonntagabend seit Freitag fremde Wäsche in der Maschine liegt und jemand sie herausnehmen muss, um selbst zu waschen.

Kostenlos, ohne Konto, in etwa 10 Minuten fertig zum Aushängen.

Danach ist die Stimmung im Haus für zwei Wochen anders. Und irgendwann ruft jemand bei Ihnen an, obwohl es gar nicht um Sie geht.

Die Antwort gleich vorweg.

Wenn die Waschküche im Mietvertrag steht, schulden Sie Ihren Mietern die Möglichkeit, sie zu benutzen (§ 535 Abs. 1 BGB). Nicht zu einer bestimmten Uhrzeit und nicht in einem bestimmten Umfang, aber grundsätzlich.

Wie die Nutzung aufgeteilt wird, dürfen Sie regeln. Ein Belegungsplan, feste Zeiten, ein Buch an der Tür: All das ist zulässig, solange es niemanden von der Nutzung ausschließt und der Rahmen zumutbar bleibt.

Was Sie nicht dürfen: die Nutzung so eng schneiden, dass sie praktisch leerläuft. Eine Waschküche, die einer Partei zwei Stunden im Monat lässt, ist keine.

Und die Nachtruhe gilt auch im Keller. Wer nachts um halb eins schleudert, verstößt nicht gegen Ihre Hausordnung, sondern gegen Landesrecht. Mehr dazu steht im Text über Ruhezeiten.

Warum ausgerechnet die Waschküche.

Sie ist knapp: eine Maschine, sechs Parteien, und alle wollen am Wochenende. Sie ist unbeobachtet, denn niemand sieht, wer das Flusensieb nicht geleert oder die Waschmittelpfütze stehen gelassen hat, und was niemand sieht, macht niemand.

Vor allem aber ist sie unbefristet. Wäsche, die fertig ist, muss nicht sofort heraus. Es gibt keinen Moment, an dem jemand offiziell zu spät ist, und genau daran entzündet sich der Ärger, weil jeder eine andere Vorstellung davon hat, wann zu lange zu lange ist.

Das Treppenhaus hat einen Plan. Der Müll hat einen Abfuhrtag. Die Waschküche hat nichts.

Was in eine Waschküchenregel gehört.

Vier Punkte, mehr braucht es nicht.

Wer wann dran ist: feste Tage je Partei oder ein Belegungsbuch. Feste Tage sind einfacher, ein Buch ist gerechter, und bei sechs Parteien funktionieren feste Tage gut, weil sechs Tage bequem in eine Woche passen.

Bis wann die Wäsche heraus muss. Das ist der wichtigste Satz der ganzen Regel, weil er die Unbefristetheit beendet. „Bis zum Ende des eigenen Tages“ reicht völlig.

Wer nach dem Waschen was macht: Flusensieb, Trommel offen lassen, Boden trocken. Drei Handgriffe, die niemand macht, solange nicht dasteht, dass sie dazugehören, und die jeder macht, sobald es dasteht.

Und wann nicht gewaschen wird. Nachtruhe, gegebenenfalls Sonntag. Seien Sie hier nicht strenger als nötig. Wer sonntags arbeitet, muss irgendwann waschen können.

Drei Dinge, die Sie diese Woche prüfen können.

Erstens: Gibt es überhaupt eine schriftliche Regel, und kennt sie jeder? Bei den meisten Häusern gibt es eine mündliche Übung aus der Zeit, als andere Mieter dort wohnten. Die kennt der, der 2013 eingezogen ist, und niemand sonst.

Zweitens: Wer zahlt eigentlich Strom und Wasser? Ein eigener Zähler, eine Umlage über die Nebenkosten, ein Münzautomat oder gar nichts. Wenn es „gar nichts“ ist, subventioniert die Partei mit wenig Wäsche die mit viel, und das fällt irgendwann jemandem auf.

Drittens: Wer reinigt den Raum? Die Waschküche gehört zu den Gemeinschaftsflächen und fällt damit unter dieselbe Frage wie das Treppenhaus: Machen es die Mieter, oder beauftragen Sie jemanden und legen es um. Beides gleichzeitig geht nicht, dazu steht mehr im Text über das Umlegen der Reinigungskosten.

Beim Durchgehen stellt sich fast immer heraus, dass mindestens einer der drei Punkte nie geregelt wurde, sondern sich eingebürgert hat.

Eine Regel an der Waschküchentür wird genau einmal gelesen.

Sie können den besten Belegungsplan der Stadt haben. Und am Sonntagabend liegt trotzdem Wäsche seit Freitag in der Maschine, weil jemand sie eingeräumt und danach Besuch bekommen hat.

Es ist nie Absicht. Es ist immer dasselbe: Der Waschgang ist fertig, und der Mensch, der ihn gestartet hat, denkt gerade an etwas anderes.

Behandeln Sie die Waschküche wie das Treppenhaus.

Ein Plan, der die Waschküche behandelt wie das Treppenhaus: mit Namen und Wochentag, sichtbar im Flur. Und eine Erinnerung, wenn jemand dran ist oder wenn seine Zeit abläuft.

Sie tragen Etagen, Parteien und Aufgaben ein, Waschküche, Treppenhaus, Müll, Winterdienst, und bekommen einen fertigen Jahresplan als PDF zum Ausdrucken und Aufhängen. Kostenlos, dauerhaft, ohne Bankdaten und ohne Vertrag.

Es ist die billigste Art, einen Streit zu verhindern, den Sie sonst schlichten müssen, obwohl er nie Ihrer war.

Dieser Text erklärt die Grundzüge und ersetzt keine Rechtsberatung. Ob eine Waschküchenregel im Einzelfall zumutbar ist, hängt von der Zahl der Parteien, der Ausstattung und dem Wortlaut Ihrer Verträge ab. Bevor Sie die Nutzung einschränken oder Kosten neu umlegen, lassen Sie es von einem Anwalt oder Ihrem Eigentümerverband ansehen.