Warum Hausdienst im Mehrfamilienhaus oft liegen bleibt.
Hausdienst hat eine unangenehme Eigenschaft: Er ist nie dringend, bis er es plötzlich ist.
Eine Rechnung hat ein Fälligkeitsdatum. Ein Zahnarzttermin schickt eine Erinnerung. Das Treppenhaus tut beides nicht. Es wird langsam schmutzig, und weil es langsam geht, gibt es keinen Tag, an dem es auffällt. Es gibt nur irgendwann einen Nachbarn, dem es reicht.
Genau dann landet die Sache bei Ihnen. Nicht weil Sie zuständig wären, sondern weil Sie die Einzige oder der Einzige sind, den alle kennen. Sie werden zum Boten zwischen zwei Parteien, die eigentlich miteinander reden müssten, und das kostet Sie einen Abend und eine gewisse Menge guter Laune.
Der Fehler liegt selten bei den Menschen im Haus. Er liegt darin, dass eine Aufgabe ohne Erinnerung von niemandem getragen wird, außer von dem, der sich zufällig gerade ärgert.
Warum Zettel und mündliche Ansagen schnell scheitern.
Zettel und Zuruf haben dasselbe Problem: Sie funktionieren beim ersten Mal.
Ein Zettel am Briefkasten wird gelesen, solange er neu ist. Danach ist er Papier. Eine mündliche Ansage im Hausflur hält so lange, wie der Weg bis zur Wohnungstür dauert, und sie hat einen zweiten Nachteil: Sie wirkt persönlich. Wer angesprochen wird, hört die Information. Er hört dazu einen Vorwurf, den Sie gar nicht gemacht haben.
Bei mehreren Parteien kommt ein dritter Fehler dazu. Jeder rechnet damit, dass die Reihenfolge klar ist, aber niemand rechnet nach. Eine Woche Urlaub, ein Tausch, ein Auszug, und der Plan im Kopf stimmt nicht mehr mit dem an der Wand überein. Ab da ist jeder überzeugt, jemand anderes sei dran, und alle haben aus ihrer Sicht recht.
Welche Aufgaben typisch sind.
Treppenhaus reinigen, Mülltonnen rausstellen, Waschküche wischen, Kellerflur sauber halten, Hof fegen, Gehweg räumen, Winterdienst machen, Schornsteinfeger einlassen und Handwerkertermine vorbereiten.
Wie Putzplanerei hilft.
Sie tragen das Haus einmal ein: Parteien, Aufgaben, Turnus. Daraus entsteht der Jahresplan zum Aushängen, und aus demselben Plan gehen die Erinnerungen raus.
Die zuständige Partei bekommt rund anderthalb Tage vorher eine Nachricht, dass sie dran ist, und noch einmal etwa zwölf Stunden vorher die konkrete Aufgabe. Beides als normale SMS, damit auch das Telefon eines achtzigjährigen Mieters sie anzeigt.
Für Sie ändert sich vor allem eines: Sie sind aus der Sache heraus. Sie klingeln nicht, Sie erinnern nicht, Sie erklären nicht, warum diese Woche jemand anderes dran ist als letzte Woche. Das steht im Plan, und der Plan meldet sich von selbst.
Klare Erinnerung ohne Leistungsnoten.
Putzplanerei sammelt keine Leistungsnoten und verschickt keine automatischen Beschwerden. Das ist keine fehlende Funktion, sondern eine Entscheidung.
Ein System, das meldet, wer nicht geputzt hat, macht aus einer Nachbarschaft eine Aufsicht. Die Mieter merken das schneller, als man denkt, und dann bekommt jede Erinnerung einen Beigeschmack. Aus einem hilfreichen Hinweis wird eine Überwachung, und aus einem Vermieter, der etwas organisiert, wird einer, der kontrolliert.
Deshalb geht keine Rückmeldung an Sie, ob jemand erledigt hat. Wenn etwas liegen bleibt, sehen Sie es ohnehin, und dann sprechen Sie es an wie vorher. Der Unterschied ist nur, dass es seltener vorkommt.