Warum ein Putzplan im Mehrfamilienhaus wichtig ist.
Ein Putzplan hat zwei Aufgaben, und die zweite wird fast immer übersehen.
Die erste ist offensichtlich: Er sagt, wer wann dran ist. Solange er hängt, muss das niemand aushandeln, und niemand kann behaupten, er habe es nicht wissen können.
Die zweite Aufgabe merkt man erst, wenn es Streit gibt. Ein Plan ist ein Nachweis. Er zeigt, dass die Aufgaben verteilt und bekannt waren, und zwar schriftlich und für alle sichtbar. Wenn ein Mieter später bestreitet, dass er zuständig war, ist das der Unterschied zwischen einer Diskussion und einer Feststellung.
Deshalb lohnt sich ein Plan auch in einem Haus, in dem alles gut läuft. Er kostet einmal zehn Minuten und beantwortet eine Frage, die Sie sonst irgendwann unter Druck beantworten müssten.
Was in einen guten Putzplan gehört.
Ein guter Plan benennt fünf Dinge: Aufgabe, Bereich, Zeitraum, zuständige Mietpartei und Ansprechpartner.
Der Bereich wird dabei am häufigsten vergessen. „Treppenhaus“ ist keine Angabe, solange unklar ist, ob der Keller dazugehört, ob die Fenster gemeint sind und wo genau der Abschnitt der einen Partei aufhört. Genau an diesen Rändern entsteht der Ärger, nicht in der Mitte.
Der Ansprechpartner fehlt fast immer. Wer bei Urlaub tauschen will, muss wissen, mit wem er sprechen kann, und er sollte dafür nicht bei Ihnen anrufen müssen. Ein Plan, auf dem steht, wer die nächste Woche hat, löst einen Tausch ohne Ihre Beteiligung.
Typische Aufgaben.
Treppenhaus reinigen, Flurfenster putzen, Kellergang wischen, Waschküche wischen, Kellerfenster putzen, Fahrradkeller fegen, Hauseingang reinigen, Gemeinschaftskeller fegen, Kellertreppe reinigen und Trockenraum reinigen.
Was eine gute Putzplan Vorlage leisten muss.
Eine Vorlage muss drei Dinge leisten, und die meisten leisten nur das erste.
Sie muss die Zuständigkeit zeigen, und zwar mit Namen oder Wohnungsnummer, nicht mit Etagen. Sie muss den Zeitraum nennen, also von wann bis wann, statt bloß der Kalenderwoche. Und sie muss den Ausfall regeln: Was passiert bei Urlaub, was bei einem Tausch, was bei einem Auszug mitten im Jahr.
Das dritte ist der Punkt, an dem selbstgebaute Pläne scheitern. Sechs Parteien und ein Sechserrhythmus gehen auf. Fünf Parteien und ein alter Sechserplan gehen nicht auf, und dann ist entweder eine Woche unbesetzt oder jemand zweimal dran.
Was auch die beste Vorlage nicht kann: sich melden. Sie hängt und wartet.
Warum Vorlagen oft trotzdem scheitern.
Papier hat keine Uhr. Das ist die ganze Schwäche, und sie lässt sich durch kein Layout beheben.
Ein Plan wird gelesen, wenn jemand vor ihm steht und hinsieht. Beides zusammen passiert selten im richtigen Moment. Am Donnerstagabend, wenn der Müll rausmüsste, steht niemand im Flur und liest.
Deshalb ist die Frage nicht, ob der Plan gut aussieht, sondern ob jemand ihn zur richtigen Zeit im Kopf hat. Ein Plan, der sich meldet, braucht kein besseres Layout. Ein Plan, der sich nicht meldet, wird auch mit dem schönsten Layout übersehen.
Wie Putzplanerei den Putzplan lebendig macht.
Putzplanerei übernimmt den Teil, den Papier nicht kann: das Erinnern.
Der Plan bleibt, wie er ist, und hängt weiter im Flur. Dazu geht anderthalb Tage vorher eine Nachricht an die zuständige Partei und noch einmal am Vorabend die konkrete Aufgabe. Beides als normale SMS, ohne App und ohne Anmeldung.
Der Plan zum Ausdrucken kostet nichts und funktioniert auch ganz ohne Erinnerungen.