Wenn im Haus vier Sprachen gesprochen werden, hilft ein deutscher Aushang wenig.

Im ersten Stock wohnt eine Familie aus Rumänien, im zweiten ein Student aus Syrien, im Dachgeschoss ein Ehepaar, das seit vierzig Jahren hier lebt. Der Putzplan hängt auf Deutsch im Flur, seit 2019.

Kostenlos, ohne Konto, in etwa 10 Minuten fertig zum Aushängen.

Und Sie fragen sich seit Monaten, ob im ersten Stock jemand nicht will oder nicht weiß.

Die Antwort gleich vorweg.

Der Unterschied ist wichtiger, als er klingt, und er entscheidet, was Sie tun sollten.

Rechtlich ändert die Sprache wenig. Wer einen deutschen Mietvertrag unterschreibt, ist grundsätzlich daran gebunden, auch wenn er ihn nicht vollständig verstanden hat. Wer die Sprache nicht beherrscht, muss sich um Übersetzung kümmern, bevor er unterschreibt. Sie müssen also nicht übersetzen, damit der Vertrag gilt.

Praktisch ändert sie alles. Eine Pflicht, die jemand nicht versteht, wird nicht erfüllt. Ob Sie im Recht sind, ändert daran nichts, und Ihr Treppenhaus wird davon nicht sauber.

Ein Aushang, den ein Drittel des Hauses nicht lesen kann, ist ein Aushang für zwei Drittel.

Warum das kein Randthema ist.

In vielen Mehrfamilienhäusern im Ruhrgebiet, in Berlin, in jeder größeren Stadt leben Menschen aus drei, vier, fünf Herkunftsländern in einem Aufgang. Das ist kein Sonderfall, das ist der Normalfall.

Und es trifft ausgerechnet die Aufgaben, die geteilt werden: Treppenhaus, Müll, Winterdienst. Also genau das, worüber sich alle ärgern.

Was dabei regelmäßig als Unwille gedeutet wird, ist etwas anderes. Wer nicht weiß, dass Dienstag Papiertonne ist, stellt sie nicht raus. Er verweigert sich nicht, er ist nicht informiert.

Was hilft, in der Reihenfolge des Aufwands.

Bilder statt Wörter. Ein Plan, der mit Symbolen arbeitet, versteht sich fast von selbst. Eine Tonne, ein Besen, eine Schneeflocke, daneben ein Name und ein Datum. Das ist der billigste Schritt, und er hilft auch dem Achtzigjährigen ohne Lesebrille.

Namen und Zahlen statt Sätzen. „Woche 34, Familie Ionescu, Treppenhaus“ braucht keine Grammatik. Ganze Sätze brauchen sie.

Die Nachricht in der Sprache des Empfängers. Ein Aushang kann nur eine Sprache haben, oder er wird unlesbar. Eine Nachricht aufs Handy kann für jeden eine andere haben. Das ist der eigentliche Unterschied zwischen einem Zettel an der Wand und einer Erinnerung.

Die Hausordnung übersetzt beilegen. Nicht weil Sie müssten, sondern weil Sie danach etwas in der Hand haben. Wer eine übersetzte Fassung ausgehändigt bekommen hat, kann später schlecht behaupten, er habe nichts verstanden. Mehr dazu steht im Text darüber, was eine Hausordnung überhaupt bindet.

Drei Dinge, die Sie diese Woche prüfen können.

Erstens: Wissen Sie eigentlich, wer welche Sprache spricht? Die meisten Vermieter wissen es ungefähr. Für zwei Minuten pro Partei bekommen Sie es genau, und ohne diese Auskunft ist alles Weitere geraten.

Zweitens: Steht auf Ihrem Plan mehr als nötig? Gehen Sie ihn durch und streichen Sie jeden Satz, den ein Symbol oder eine Zahl ersetzen könnte. Was übrig bleibt, ist der Teil, der wirklich Sprache braucht.

Drittens: Hat jemand die Hausordnung je in seiner Sprache bekommen? Wenn nein, ist das kein Vorwurf an Sie. Es ist nur die Erklärung für einen Teil des Ärgers, den Sie sich seither mit dieser Partei haben.

Beim Durchgehen merken die meisten, dass sie eine Sprachfrage jahrelang als Charakterfrage behandelt haben.

Ein Vertrag gilt in jeder Sprache. Verstanden wird er nur in einer.

Und es kann auch niemanden erinnern. Beides zusammen ist der Grund, warum in einem Haus mit vier Sprachen der Aushang das schwächste Werkzeug ist, das es gibt: Er setzt voraus, dass jemand hinsieht, und er setzt voraus, dass er es lesen kann.

Ein Plan, der fast ohne Text auskommt.

Ein Plan mit Symbolen, Namen und Wochennummern, der ohne viel Text auskommt. Und eine Erinnerung, die jeden in seiner eigenen Sprache erreicht, statt alle in einer.

Sie tragen Etagen, Parteien und Aufgaben ein und bekommen einen fertigen Jahresplan als PDF zum Ausdrucken und Aufhängen. Kostenlos, dauerhaft, ohne Bankdaten und ohne Vertrag.

Und wenn Sie danach die Erinnerungen dazunehmen, bekommt jede Partei ihre Nachricht in der Sprache, in der sie zu Hause spricht. Das ist der Unterschied zwischen einem Zettel und einer Ansage.

Dieser Text erklärt die Grundzüge und ersetzt keine Rechtsberatung. Ob ein Vertrag im Einzelfall wirksam zustande gekommen ist, hängt von den Umständen ab, und bei Verträgen, die in einer anderen Sprache verhandelt wurden, kann die Beurteilung abweichen. Bevor Sie sich in einem Streit auf eine Übersetzung berufen, lassen Sie den Fall von einem Anwalt oder Ihrem Eigentümerverband ansehen.